Wer hat deinen Glauben geformt

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Wer hat deinen Glauben geformt

Die Frage klingt groß. Aber die Antwort ist oft
kleiner als gedacht — und näher als erwartet. Manchmal hat sie vier Pfoten. Und
einen Namen.

Deinen Glauben formt das, was du nicht ignorieren kannst.

Erfahrungen. Menschen. Wiederholung. Schmerz. Stille. Und manchmal ein Tier —
weil es keine Agenda hat, keine Lüge, keine Maske. Es reagiert auf das, was wirklich
da ist. Nicht auf das, was man zeigen möchte.

Bei mir hat es einen Namen.

Dragon.

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Wenn ein Lebewesen zu dir kommt — als Welpe, klein, noch formbar — hat man
einen Wunsch. Nicht wirklich einen Plan. Einen Traum. Vielleicht auch schon den
erkauften Erfolg im Kopf, noch bevor der erste gemeinsame Schritt gemacht wurde.

Und dann passiert das Leben.

Aus dem Welpen wird ein Junghund. Aus dem Junghund ein erwachsener Hund.
Und plötzlich steigen die Ansprüche — von innen und von außen. Was haben die
anderen schon? Was habe ich nicht? Der Mangel kommt. Und mit ihm die
Hilflosigkeit. Und das Erzwingen von Dingen, die man eigentlich nie wollte.

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Dragon ist ein dunkelgrauer großer Deutscher Schäferhund. Mit einem Auftreten, das
seinesgleichen sucht. Er löst viele Gefühle und Durcheinander in mir aus — und
gleichzeitig eine große Liebe und ein Wissen, das älter ist als die Seele selbst.

Er macht alles mit tausendfacher Energie. Dieser unglaubliche Trieb — der in einem
Bruchteil einer Sekunde wie ein Vulkan nach oben schießt.

Ich habe ihn ungerecht behandelt. Mein Ego wollte unbedingt, dass er folgt. Alles
wegen Prüfungen.

Ich habe spät erkannt — aber ich glaube, nicht zu spät — dass wir beide dasselbe
suchen. Uns. Unsere Ruhe, unsere Gemeinsamkeit, unsere Freude. Aber auch
unsere Perfektion und diesen unglaublichen Trieb, der uns beide verbindet.

Nicht ich habe ihn gewählt. Er hat mich gewählt.

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Dragon war schon als junger Hund sehr laut.

Dragon, würdest du jetzt bitte dableiben?

Das Wort bitte war immer eher an mich gerichtet. Damit die Emotion auch ein wenig
Geduld tragen könnte — wenn nötig. Geduld. Was ist das? Fragt Dragon jeden Tag.

Je mehr ich in seine Ungeduld einstieg, desto lauter wurde er. Und desto mehr hing
ich in dem Gedanken: Er ist doch so toll. Er muss funktionieren.

Zu Hause — wo Ruhe herrscht, wo kein Trieb auf ihn wartet — da war er
verschmust, anhänglich, unglaublich liebevoll. Und ganz leise.

Mit jedem Tag wurde er lauter.

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Bis auf eine Ausnahme.

Ich war sehr krank. Durfte eigentlich nicht fahren — und fuhr trotzdem. Innerlich war
alles leer. Nur funktionieren. Sich schonen. Nicht kämpfen.

Mein Hund war totenstill.

Kein Fiepen. Keine Ungeduld. Gar nichts. Es war, als hätte sich die Welt in eine
andere Weite gedreht.

Ich machte eine Erfahrung. Eine, die ich nicht vergessen werde.

Er kann still sein. Wenn ich still bin.

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Dragon ist mein Traumhund. Ein Drache — mit eigener Seele, eigenem Willen. Und
trotzdem diesem Band, das uns so tief verbindet, wie ich es seit langer Zeit nicht
mehr gespürt hatte.

Ich komme an meine Grenzen — und gleichzeitig an einen Neubeginn. Ich weiß
nicht, wo wir hingehen. Ich weiß nur, was wir jetzt im Moment sind.

Wir sind Suchende in einer Zeit, die laut ist. Und wir suchen die Stille — und
gleichzeitig das Glück in einer unvorstellbaren Sinfonie.

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Ich ging zu Menschen, die mit Sicherheit alles richtig machten — aus ihrer Sicht. Nur
um meinen Willen zu bekommen. Ohne hinzufühlen. Ich wurde immer unglücklicher.
Das Training machte keinen Spaß mehr. Es war nur noch Arbeiten und Hoffen, dass
sich irgendwie alles beruhigt.

Auch von außen sahen es die Leute. Sie sahen meine Hilflosigkeit. Mein Streben
nach Glück — ohne es zu fühlen.

In dieser Zeit waren Menschen bei mir. Echte Freunde. Sie haben mir nicht geholfen,
das Problem zu lösen — das konnten sie nicht. Aber sie waren da. Sie sagten: Wir
sind bei dir. Lass uns den Weg gemeinsam gehen.

Ich konnte es lange Zeit nicht wirklich annehmen. Ich spürte es — aber die
Hilflosigkeit war größer.

Das ist übrigens die tiefste Form von Verbindung. Nicht lösen. Nicht reparieren.
Einfach da sein. Ohne Erwartung. Ohne Antwort.

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Dragon zeigt mir jeden Tag, was es bedeutet, wild zu sein. Was es bedeutet, da zu
sein. Was es bedeutet, zu beobachten und zu lernen.

Eigentlich macht er, was er will — und ich schaue, dass ich irgendwie nachkomme.

Im normalen Leben folgt er unglaublich gut. Ist einfach präsent. Ist mein normales
Leben so viel stressfreier? Auf jeden Fall ist es nicht abhängig vom Erfolg. Sondern
von dem, was ich wirklich leben möchte.

Also zeigt mir Dragon das Leben?

Diese Energie. Diese Kraft. Diese Jugend — ausgerichtet auf den Fokus des Zieles,
mit einer Hingabe und einer Penetranz, die ihresgleichen sucht.

Was wünsche ich mir?

Eigentlich wünsche ich mir die Kraft und Energie, die mein Hund hat. Diesen
leidenschaftlichen Fokus. Zu wissen, was ich will. Dieses Ziel penetrant zu verfolgen
— und gleichzeitig zufrieden zu sein, wenn sich die Richtung ändert. Um einen Weg
zu gehen, der in diesem Moment der sinnvollste ist. Und vielleicht manchmal auch
der mutigste.

Selbst jede Katze macht es besser als wir Menschen. Kurz angepisst, das Glas fällt
runter — und danach ist alles wieder normal.

Am Tag, an dem ich beschlossen hatte aufzuhören, erhielt ich eine Nachricht. Von
jemandem, den ich eigentlich gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich sagte mir: Was
soll’s. Ich fahre hin und schaue mir das an.

Und was soll ich sagen — es war ein Erwachen.

Vielleicht kein neuer Weg. Aber ein bewusstes Wahrnehmen dessen, was es
bedeutet, sich um Lösungen zu kümmern — und die anderen Dinge einfach mal
stehen zu lassen.

Das Loslassen hatte Platz gemacht. Und das Leben hatte geantwortet.

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Vielleicht ist das die ehrlichste Form von Ausbildung. Nicht die, die man einem Hund
beibringt. Sondern die, die ein Hund einem Menschen beibringt.

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Seitdem ist es stiller.

Stiller in ihm. Entspannter mit mir. Und auch wieder die Freude daran, wie
Ausbildung und Erfolg zu uns dazukommen dürfen.

Dragon — der Name ist Gesetz.

Michaela und Dragon — der Name ist Verbundenheit.

Michaela, Dragon und Erfolg — das ist Loslassen. Und gleichzeitig Energie, die
zielgerichtet ist und sich gut anfühlt.

Vielleicht nicht immer einfacher. Aber auf alle Fälle ehrlicher.

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Schuld schaut zurück. Verantwortung schaut nach vorne.

Nicht alles ist lösbar. Aber alles ist fühlbar.

Und der Hund legt sich zur Regeneration seitlich zur Erde — als würde er sagen: Ich
bin Teil von etwas Größerem. Bist du es auch?

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Und wenn du das hier erkennst — dann weißt du, dass es einen Ort gibt, wo Tiefe willkommen ist. Wo man nicht alles ins Lächerliche ziehen muss. Wo man einfach mal innehalten darf.

Du bist eingeladen — nicht zu einer Methode, nicht zu einem Programm. Sondern zu einem Ort, wo ehrliches Hinschauen mehr wert ist als tausend geteilte Clips.   https://michaelaknoche.com

 

Der Hund zeigt. Der Mensch schaut. Und dann beginnt die eigentliche Arbeit.

Deine

Michaela ♥️

© Michaela Knoche. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, Weitergabe oder Verwendung von Textauszügen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin.

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